Gleichgewichtsstörung: Von welcher Schwindelart sind Sie betroffen?

„Mir ist schwindlig!“ – das hat wohl jeder von uns schon einmal gesagt. Denn Schwindel ist ein verbreitetes Phänomen, das durch zahlreiche Formen und Ursachen unterschieden wird. Bei der Diagnose Ihres Schwindels – in der Fachsprache auch Vertigo genannt – will Ihr Arzt vermutlich über die Dauer und die Intensität Ihrer Schwindelattacken informiert sein – hierbei können Sie die Anamnese unterstützen, indem Sie ein Schwindeltagebuch mit in die Praxis nehmen. Darüber hinaus wird Ihr behandelnder Arzt zunächst die Art Ihres Schwindels einordnen. Denn es werden verschiedene Vertigo-Arten unterschieden.

Der systematische Schwindel – oder auch gerichteter Schwindel – kennt drei verschiedene Vertigo-Typen:

Schwindelart 1: Drehschwindel

Von Drehschwindel spricht man dann, wenn sich die Gleichgewichtsstörung durch folgende Empfindungen äußert:

  • Betroffene haben das Gefühl Karussell zu fahren.
  • Der Schwindel ist dabei stark und anfallsartig.
  • Der Schwindelanfall tritt unabhängig von der Bewegung auf.
  • Patienten empfinden, dass sich die Umwelt um sie dreht.
  • Es können Störungen der visuellen Wahrnehmung auftauchen.
  • Der Schwindel kann nur einige Minuten andauern oder über mehrere Tage anhalten.
  • Zum Schwindel kommen nicht selten Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und Ohrgeräusche.

Schwindelart 2: Schwankschwindel

Der Schwankschwindel, zu dem auch der phobische Schwankschwindel gehört, zeichnet sich durch diese Symptome aus:

  • Patienten beschreiben ein Gefühl von Gang- und Standunsicherheiten.
  • Die Betroffenen meinen, dass ihre Umwelt oder sie selbst schwanken.
  • Das Gefühl wird auch dann empfunden, wenn die Patienten stehen.
  • Der Schwindel tritt ohne äußere Ursachen auf.
  • Manchmal wird die Empfindung „wie auf einem stark schwankenden Schiff“ beschrieben.
  • Das Gefühl kann nur wenige Sekunden dauern oder chronisch werden.

Schwindelart 3: Liftschwindel

Der Name des Liftschwindels kommt nicht von ungefähr. Personen, die mit dieser Form von Vertigo kämpfen, beschreiben ihr Gefühl wie folgt:

  • Sie haben das Gefühl, wie in einem anfahrenden Lift.
  • Betroffene beschreiben auch die Empfindung eines kurzen Zusammensackens.
  • Wie in einem Fahrstuhl scheint sich der Boden zu heben und zu senken.
  • Gelegentlich fühlt sich Liftschwindel auch an, als würde man fallen.
  • Manche Patienten beschreiben den Liftschwindel auch wie eine Achterbahnfahrt.

Neben dem gerichteten Schwindel, gibt es ebenso den ungerichteten – also unsystematischen – Schwindel. Zu ihm zählen etwa der Sekundenschwindel, bei dem Betroffene das Gefühl haben, ohnmächtig zu werden. Auch die sogenannte „Raum-Unsicherheit“ ist eine Schwindelart, die dem unsystematischen Vertigo zuzuordnen ist und bei der Patienten ihre Empfindung als schwummrig beschreiben. Bei dem Gefühl der Gang-Unsicherheit spricht man ebenso von einem gerichteten Schwindel.

Verschiedene Ursachen hinter den Schwindelarten

Alle diese Schwindelarten können eine Vielzahl von Ursachen haben und sich in verschiedenen Formen äußern. Hinzu kommen gelegentlich Vertigo-Begleitsymptome.Wesentlich ist, Ihre Schwindelart und die dahinter liegende Ursache mit dem Arzt Ihres Vertrauens abzuklären.

Schwindelarten im Überblick

Systematischer SchwindelUnsystematischer Schwindel
DrehschwindelSekundenschwindel
LiftschwindelRaum-Unsicherheit
SchwankschwindelGang-Unsicherheit

Die Beschreibungen des Schwindels sind zur allgemeinen Information und dienen nicht einer Selbstdiagnose. Bitte suchen Sie für die Abklärung Ihrer Schwindelsymptome einen Arzt auf.

 

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